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BAKLAVA
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Historische
Süssigkeit
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Beim
Forschen, nach der Herkunft der Baklava, stellt sich heraus, dass die
Baklava nicht nur in der Türkei, sondern im östlichen
Teil
des Mittelmeeres und bei allen Völkern des Balkans sehr
bekannt
ist. Die Griechen, Bulgaren, Armenier und die Araber, sie alle
zählen die Baklava zu ihren eigenen traditionellen
Süssigkeiten.
Wenn wir bedenken, dass all diese Gebiete, der Mittelosten, das
östliche Küstengebiet des Mittelmeeres und der Balkan
einst
einen Teil des Osmanenreiches bildeten, können wir sagen, dass
die
Baklava eine traditionelle Süssigkeit der Osmanen ist.
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Könnte
die Baklava aus der Byzanz stammen?
Prof. Speros Vryonis schreibt,
dass die unter den Byzantinern so beliebte Süssigkeit mit dem
Namen Kopte oder Kopton (Koptoplaukous) der Baklava sehr
ähnelte.
Unter denen, die die Byzanzer Wurzeln der Baklava abgewiesen und eher
auf das Herkommen aus Mittelasien bestanden haben, wurde nach Meinung
des amerikanischen Journalisten Charles Perry, die Kopte nicht wie die
Baklava aus Teig zubereitet ,sondern sie war eine zuckerartige
Süssware. Sie wurde folgendermassen zubereitet::Aus einer
Mischung
von zermahlten Sesam und erwärmten Honig wurde eine Masse
geknetet, sie wurde flach gedrückt und zwischen zwei Schichten
mit
Nüssen, Pistazien, Mandeln oder mit Mohn vermischtem Honig
gefüllt. Der aus Istambul stammende Grieche Sula Bozis,
erwähnt in seinem Buch über die Kochkunst der
Istambuler
Griechen, eine Byzanzer Süssware mit dem Namen Kopti, bei
deren
Zubereitung zwischen zwei dicke, flache Teigstücke eine
Füllung aus gemahlenen Nüssen, Sesam und aus Honig,
gegeben
wurde.Das Rezept dieser Süssigkeit fand er in einem Kochbuch
von
einem Istambuler Griechen. Es ist also möglich, dass sich aus
der
zuckerartigen Sesammasse, aus der Kopte, später eine
Süssware
aus Teig und dann aus diesem mehrschichtigen,Jufka(Strudelteig) die
Baklava entwickelte. Aber wie gelang die Jufka in die Byzanzer Kultur?
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Ist
die Baklava eine Erfindung der Nomadentürken?
Professor Speros
Vryonis führte über die Kochkultur der
Nomadentürken
aus, dass diese ziemlich ärmlich war. Ihre Nahrung bestand aus
dem
Fleisch ihrer gezüchteten Tiere, aus den sich in der Natur
wachsenden Pflanzen und aus Obst. Dazu wurde einfaches flaches Brot
verzehrt. Die Nomadentürken konnten kein gegärtes
Brot
backen, da sie nicht über Backöfen
verfügten. Anstatt
Brot haben sie die auf tragbaren Metallplatten gebackene Jufka
gegessen. In vielen Gegenden der Türkei wird noch heute das
aus
der Jufka gefertigte, hausgebackene Brot, gebacken. Wir können
akzeptieren, dass die Türken die Jufkat als Grundlebensmittel
verzehrten. Mit der Aufeinanderschichtung und Füllung von
mehreren
Jufkablättern, wurde mit den verschiedensten
Füllungen eine
vielfältige, aufeinander gelegte Süssware zustande
gebracht.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit wurde mit der Anwendung von Sahne, Honig
und ähnlichen Füllungszutaten mehrstöckige
Backware
hergestellt. Das waren die Vorfahren des Baklava.
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Charles Perry
betrachtet die in Aserbaidschan unter dem Namen 'Baki Pahlavasi'
bekannte, traditionelle Süssigkeit als einen der Beweise
für
den Prozess vom, in den Steppen Mittelasiens auf den über dem
Feuer hängenden Eisenplatten gebackenem Jufka Brot bis hin zum
klassischen Baklava. Die 'Baki Pahlavasi' ist eine Süssware
bei
der sich zwischen 6 Schichten Jufka eine Füllung von
gemischten
Pistazien und Nüssen befindet..Perry macht darauf aufmerksam,
dass
Aserbaidschan an dem Weg der Volkswanderung von Mttelasien nach
Anatolien liegt und seiner Meinung nach ist die Baklava durch das
Zusammentreffen der hier vorbeiziehenden Nomadentürken und der
in
der Umgebung angesiedelten Iraner, entstanden. Die Baklava ist wie eine
Vereinigung, des traditionellen, im Ofen gebackenen, mit Pistazien und
Nüssen gefüllten Teiges der Iraner und des
geschichteten
Brotes der Türken.
Die
Baklava im Osmanenreich und die
Baklavazubereitung:
Die bis zum heutigen Tage bekannte endgültige Form und die
raffinierte Zubereitungsart hat die klassische Baklava zur Zeit des
Osmanenreiches erreicht.
Die älteste Aufzeichnung der Osmanen bezüglich der
Baklava
befindet sich in der Küche des Topkaper Palastes, in einem
Registrierheft, das aus der Herrscherzeit des Sultan Fatih stammt.Laut
dieser Aufzeichnung wurde im Jahre Hedszra 878 ( i.sz.1473) im Monat
Saban im Palast Baklava angefertigt. Mitte des 17.Jahrhunderts hatte
Eyliya Celebi als Gast des von Istambul weit entfernten Herrenhaus des
Bitlisi Beg, darüber geschrieben, Baklava gegessen zu haben.
In
der, unter dem Namen Vehbi überbliebenen Chronik mit dem Titel
"Surname" können wir lesen, dass beim, zum Anlass
derBeschneidung
der Söhne von Ahmet Sultan dem Dritten veranstalteten Fest,
allen
Gästen Baklava serviert wurde. Aus diesen und auch aus anderen
Quellen geht eindeutig hervor, das die in allen Teilen des
Osmanenreiches sehr bekannte Baklava meistenteils in den
Herrenhäusern, auf Festen und Festessen verzehrt wurde. Man
kann
also sagen , dass sich aus dem einfachen Baklava Teig ein meisterhaft
zubereitetes raffiniertes Kunstwerk der Kochkunst entwickelt hatte.
Dieses entsprach den Ansprüchen der reichen Landbesitzer und
der
Amtsträger, die über einen heiklen Geschmack
verfügten.Einige Forscher, unter ihnen auch Bert Fragner, der
Forscher der Bamberger Universität sind der Meinung, dass sich
die
Speisen und Getränke im Osmanenreich nach dem Geschmack und
der
Auswahl der Oberschicht von Istambul, entwickelt hat. Wir wissen, das
in den Palästen des Sultans und des Hochadels mit Vorliebe
solche
Köche angestellt wurden, die Meister der Baklava Zubereitung
waren
und grossen Wert darauf legten, bei der Zubereitung der Baklava die
Jufka so dünn wie möglich zu treiben.
Die Köche, die eingestellt werden sollten, mussten neben dem
Pilav
auch die Baklava zubereiten können. Die Sachkundigkeit der
Köche wurde schon bei der Zubereitung des Teiges, beurteilt.
Derjenige zählte zum Meisterkoch, der den Teig so
dünn
treiben konnte, dass er genau das ganze Backblech ausfüllte.
In
seinem Buch über die Wurzeln der Kultur des
türkischen Volkes
schreibt Burhan Oguz, dass in den alten Istambuler Palästen
bei
der Zubereitung der Baklava von den Köchen verlangt wurde, auf
das
Backblech mindestens 100 Schichten Jufka, zu stapeln. Aus dem Buch von
Burban Oguz erfahren wir auch, dass es eine grosse Ehre für
ein
Haus bedeutete,über solch einen Koch zu verfügen, der
fähig war den Jufkateig so dünn zu treiben.Bevor das
mit
Baklava gefüllte Backblech in den Ofen geschoben wurde, wurde
es
dem Heern des Hauses vorgezeigt, der ein s.g. Hamid Goldstück
aus
einer Höhe von einem halben Meter senkrecht auf die Baklava
fallen
liess. Wenn das Goldstück durch die Jufkaschichten auf den
Boden
des Backblechs gelang, dann wurde der Koch gelobt. Zur Belohnung durfte
er das Goldstück behalten. Aber wenn das Gold zwischen den
Jufkaschichten stecken blieb, wurde das volle Backblech wieder
zurück in die Küche geschickt. Wenn diese kleine
Vorführung vor den Gästen stattfand und nicht gelang,
dann
war dieses eine Schande für den Herrn des Hauses.
Nach einer Aufzeichnung von Sula Bozis wurden die, sich im 19.
Jahrhundert in einer Zunft vereinten Sakizbeli Meister in die
Paläste von Istambul gerufen , um die Jufka zu zubereiten.
Der "Baklava Aufmarsch". Zweifelsohne haben im Palast des Sultans die
geschicktesten Meister der Baklava Zubereitung, gedient. Im Palast des
Sultans war die Baklava nicht nur das Symbol des Reichtums und des
guten Geschmacks, sondern ihre Bedeutung stieg auch dadurch, dass sie
bei staatlichen Feiern eine grosse Rolle spielte.
Die sich Ende des 17. Jahrhunderts oder Anfang des 18. Jahrhunderts
entwickelte Tradition des Baklava Aufmarsches ist eines der besten
Beispiele dafür. In der Mitte des Fastenmonats, in der Mitte
des
Monats Ramazan, begünstigte der Sultan seine Soldaten und
liess
ihnen aus dem Palast, Baklava in die Kaserne der Janitscharen
senden.Die für je 10 Soldaten, mit Baklava gefüllten
Schüsseln, wurden vor der Küche des Sultans
aufgereiht.
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A
Der Silahtar Aga, der das Amt des Waffenmeisters einnahm,
übernahm
im Namen des Sultans, der als der erste Janitschar galt, die erste
Portion, die weiteren Schüsseln wurden von je 2 Soldaten in
die
Hand genommen, dann öffneten sich die Tore des Palastes. Dann
marschierten die Janitscharen unter der Führung der
Kommandanten
der Einheiten zu ihrer Kaserne. Das Istambuler Volk drängte
sich
auf die Strassen um sich den Aufmarsch anzuschauen und um den Sultan
und die Soldaten hochleben zu lassen. Diese Tradition, die die Baklava
zu einem der staatlichen Symbole der Osmanen machte geriet nach dem
Zerfall der Janitscharenorganisation in die Versenkung der Geschichte.
Der letzte Baklava Aufmarsch wurde 2 Monate vor dem Zerfall der
Janitscharen gehalten.
Wir glauben, dass die Behauptung, die Baklava sei ein Produkt der
Osmanenkultur , obwohl auch ihre Herkunft bei der Tradition der
Kochkunst vieler Völker dabei ist, für diese
Süssware
eine würdige Definition ist, die im Osmanenreich einer
staatlichen
Feier ihren Namen gab.
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